Also mein Mami ist am letzten Freitag heil in Brisbane angekommen. Ich konnte ihr Brisbane nur kurz zeigen denn am nächsten Tag um 10.00 Uhr mussten wir bereits unser Mietauto abholen. Wir sind nun in einem Toyota Camry unterwegs, recht komfortabel!
Unser nächstes Ziel waren die Glasshouse Mountains, skurile vulkanische Felsen welche hier und da aus dem feuchten Grün rundherum aufragen und sehr an Jurassic Park erinnern.
Dann machten wir noch einen kurzen Zwischenhalt in Noosa, einem kleinen schmucken Ort mit einem schönen Strand, um dann auf direktem Weg unser eigentliches Ziel, Hervey Bay, anzusteuern.
Von dort aus startete dann am Sonntagmorgen unsere 3-tägige Tour nach Fraser Island. Diese gigantische, 120km lange und 15km breite Sandbank entstand durch die Brandungsströmung über Tausende von Jahren.
Wir wurden um 07.55 Uhr abgeholt von unserem Touroperator Alex. Uns wurde schnell klar, dass dies abendteuerliche 3 Tage werden würden. Alex ist der Inbegriff eines typischen Australiers. Voll cool und locker drauf. Allerdings spricht er auch im ultraschnellen und vernuschelten Aussie-Slang, sodass es uns kaum möglich war, mehr als ein paar vereinzelte Worte aus seinen Erzählungen aufzuschnappen. Auf jeden Fall waren seine 3 Lieblingssätze "No worries!", "No dramas!" und "Rodeo, off we go!". Letzteres war dann auch Programm: Nach den ersten paar Kilometern "Rodeo-Fahrt" im 4x4 Safari-Truck (umfunktioniertes Armeefahrzeug) dachte ich mir, also entweder hält dieses Gefährt extrem viel aus oder es zerfällt in den nächsten Stunden in seine Einzelteile! Der fuhr wie ein Verrückter!! ;-) Aber irgendwie machte das extrem viel Spass..! Einmal rammte er einen Baum und zuerst sah es danach aus, als wäre alles noch heil. Beim Rückweg fanden wir dann aber noch ein Teil der Abdeckung des Daches. Wir gaben es ihm und er meinte "Oh thanks, no worries!" ;-)
Nun zur Insel:
Am ersten Tag machten wir einen kurzen Marsch durch den Regenwald. Und wie es sich für einen Regenwald gehört, fing es genau 2 Minuten nachdem wir aus dem Auto gestiegen sind kräftig an zu regnen. Natürlich hatte ich da meinen Regenschutz noch im Auto gelassen, und dieses war schon weitergefahren.. aber man lernt! ;-)
Auf Fraser Island gibt es über 50 Süsswasser Seen. Wir besuchten im Laufe der 3 Tage ein paar davon und konnten immer ein Bad nehmen falls wir wollten. Ausser ein paar Schildkröten und Fischlein trifft man dort praktisch keine Lebewesen an. Im Gegensatz zum Meer: es wird dringend davon abgeraten schwimmen zu gehen, es hat kräftige Strömungen und viele Haie, die auch gern mal einen Menschen vernaschen.
Auf verschiedenen Aussichtspunkten konnten wir die Weite der Insel erkennen und bewundern. Die restliche Zeit wurden verschiedene Sehenswürdigkeiten wie Süsswasserquellen, ein Schiffwrack und bunte Sandklippen bestaunt.
Auf Fraser Island wird vor allem vor den Dingos gewarnt, welche frei auf der Insel leben. Scheinbar sind die Tiere durch ständiges Füttern der Touristen teilweise aggressiv geworden und haben vor Jahren einen 9-jährigen Knaben getötet. Auf vielen Schildern wird darauf aufmerksam gemacht, dass man immer mind. zu zweit unterwegs sein soll und die Tiere nicht füttern soll. Wir haben am ersten Tag vom Auto aus 2 Dingos gesehen und danach am letzten Tag nochmals einen am Strand.
Übernachtet haben wir in einem Camp. Uns standen komfortable 2-er Zelte zur Verfügung welche innen mit Holzboden und Betten ausgestattet waren. Gekocht hat Alex (und zwar sehr gut!) und danach sass man noch gemütlich im Aufenthaltszelt und unterhielt sich. Wir waren eine Gruppe von 16 Personen, darunter auch 2 Schweizerinnen.
Und so gingen diese 3 Tage vorbei wie im Flug, wir sind uns einig, Fraser Island hat sich gelohnt!
Unsere Gruppe. Ganz links ist Alex ;-)
Nun sind wir bereits in Rockhampton. Morgen planen wir in das Dreamtime Cultural Center dort zu gehen, ein kulturhistorisches Zentrum über die Ureinwohner Australiens.
Danach gehts dann stetig weiter Richtung Norden, nächstes grosses Ziel sind dann die Whitsunday Islands. Falls immer möglich (falls Internetverbindung vorhanden) geht die Doku weiter.. :-)
P.S.: Die Bilanz von Alex' dynamischen Fahrens war übrigens: abgebrochener Spiegel, kaputte Scheibe, Dellen und Beulen auf der hinteren oberen Seite, defekter Scheibenwischer und zu guter Letzt flog ihm am Ende des Trips noch die Sonnenblende entgegen.. ;-)
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